Wer ist Uta Schorn? Eine kurze Einführung
Uta Schorn ist eine deutsche Schauspielerin und Moderatorin, die am 13. Januar 1947 in Göggingen (heute ein Stadtteil von Augsburg) geboren wurde. Sie gehört zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens und hat über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg in unzähligen Theaterstücken, Fernsehserien und Filmen mitgewirkt. Ihre Karriere begann in der DDR, wo sie sich schnell als vielseitige Darstellerin etablierte, und setzte sich nach der Wiedervereinigung nahtlos im gesamtdeutschen Fernsehen fort.
Besonders bekannt wurde Uta Schorn durch ihre langjährige Rolle als Barbara Grigoleit in der ARD-Serie In aller Freundschaft, in der sie von 1999 bis 2014 zu sehen war. Auch als Inge Kleist in der Serie Familie Dr. Kleist (2003–2019) begeisterte sie das Publikum. Neben ihrer Schauspielkarriere war sie als Moderatorin aktiv – unter anderem prägte sie fast 18 Jahre lang die Sendung Der Wunschbriefkasten im DDR-Fernsehen.
Herkunft und frühe Jahre
Uta Schorn wurde in eine echte Künstlerfamilie hineingeboren. Ihr Vater Joe Schorn war Schauspieler und Sänger, ihre Mutter Traudi Harprecht ebenfalls Schauspielerin. Mit dieser künstlerischen Prägung war es kaum verwunderlich, dass Uta Schorn früh den Weg zur Bühne fand. Sie hat einen jüngeren Bruder, mit dem sie ihre Kindheit teilte.
Die Familie zog bereits früh um: 1948 ging es nach Bremen, und 1949 zog die Familie nach Berlin-Friedrichshagen, da ihr Vater ein Engagement am Metropol-Theater in Ost-Berlin erhielt. Dort besuchte Uta Schorn die Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Köpenick und sammelte bereits in der Schulzeit erste Bühnenerfahrungen in Theaterjugendklubs. Diese frühe Begeisterung für das Theater sollte sich als Weichenstellung für ihr gesamtes Berufsleben erweisen.
Ausbildung und Theaterkarriere
Nach dem Abitur entschied sich Uta Schorn, den familiären Fußstapfen zu folgen, und begann 1966 ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (heute: Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin). Diese renommierte Ausbildungsstätte hat zahlreiche bedeutende deutsche Schauspieler hervorgebracht, und Uta Schorn gehörte zu den talentierten Absolventen, die von 1966 bis 1970 dort ihre Ausbildung absolvierten.
Ihr erstes Engagement erhielt sie am Berliner Maxim-Gorki-Theater, einem der bedeutendsten Theater der DDR. Dort spielte sie in verschiedenen Produktionen, darunter:
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Die Jugendrevue Wenn Knospen knallen
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Die Uraufführung von Himmelfahrt zur Erde von Armin Stolper (1972)
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Das gewöhnliche Wunder von Jewgeni Schwarz (1973)
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Adam und Eva von Peter Hacks
Alle diese Inszenierungen standen unter der Regie von Wolfram Krempel, einem der profiliertesten DDR-Regisseure. In den folgenden Jahren erweiterte sie ihr Theaterrepertoire an verschiedenen Bühnen, darunter die Landesbühnen Sachsen in Radebeul, das Landestheater Halle und das Fernsehtheater Moritzburg in Halle (Saale). Auch am Theater im Palast der Republik in Berlin stand sie auf der Bühne, unter anderem in Welt und Traum des Hieronymus Bosch und Biedermann und die Brandstifter.
Durchbruch im DDR-Fernsehen
Während ihrer Zeit an der Schauspielschule gab Uta Schorn 1969 ihr Filmdebüt in der DEFA-Produktion Verdacht auf einen Toten, einem Spionagefilm, in dem sie die Rolle der Renate spielte. Obwohl der Kinofilm für sie eine eher untergeordnete Rolle spielte, war dies der Startschuss für eine beeindruckende Fernsehkarriere.
In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde Uta Schorn einem breiten Publikum durch ihre Arbeit für den Deutschen Fernsehfunk (DFF) der DDR bekannt. Sie wirkte in zahlreichen Folgen der populären Krimiserien mit:
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Polizeiruf 110
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Der Staatsanwalt hat das Wort
Dabei zeigte sie eine bemerkenswerte Bandbreite: Mal war sie eine selbstbewusste Ingenieurin, mal eine Finanzökonomin, mal eine einfache Arbeiterin. Diese Vielseitigkeit machte sie zu einer gefragten Darstellerin. Besonders herauszuheben ist ihre Serienhauptrolle als Dr. Uta Federau in der Arztserie Bereitschaft Dr. Federau (1988), in der sie eine alleinerziehende Ärztin verkörperte – eine Rolle, die ihr Image als starke, eigenständige Frau festigte.
Der Wunschbriefkasten – Moderation mit Herz
Neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit entwickelte sich Uta Schorn zu einer beliebten Moderatorin. Von 1973 bis 1990 – also fast 18 Jahre lang – moderierte sie zusammen mit Gerd E. Schäfer, Heinz Rennhack, Heidi Weigelt und später Lutz Jahoda die Sendung Der Wunschbriefkasten im DDR-Fernsehen.
Diese Sendung erfüllte Zuschauerwünsche nach verschiedenen Musiktiteln oder Ausschnitten aus Sendungen des DDR-Fernsehens und war bei den Zuschauern äußerst beliebt. Uta Schorns warmherzige und charmante Art prägte das Format maßgeblich mit.
Auch in der großen DDR-Unterhaltungsshow Ein Kessel Buntes war sie zu sehen: Sie führte zweimal durch die Sendung, am 26. Februar 1983 aus der Stadthalle Cottbus und am 10. September 1988 aus dem Berliner Friedrichstadt-Palast. 1983 moderierte sie zudem zusammen mit Peter Bause die Sendung Spaß im Spot.
Nach der Wende: Erfolg im gesamtdeutschen Fernsehen
Der Übergang von der DDR in das vereinte Deutschland gelang Uta Schorn bemerkenswert reibungslos. Während viele DDR-Künstler nach 1990 vor großen beruflichen Herausforderungen standen, konnte sie relativ zügig Fuß im gesamtdeutschen Fernsehen fassen.
In den 1990er-Jahren übernahm sie gleich mehrere durchgehende Serienhauptrollen:
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Sabine Böhling in der ZDF-Serie Elbflorenz (1994) – als Wirtin der Gaststätte „Elbflorenz“
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Anna Frohner in der ZDF-Serie Der Landarzt (1994–1996)
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Henriette in der ZDF-Serie Frauenarzt Dr. Markus Merthin (1994–1997)
Diese Rollen bewiesen, dass Uta Schorn nicht nur in der DDR, sondern auch im gesamtdeutschen Fernsehen eine gefragte Darstellerin war. Ihre Fähigkeit, authentische, mitfühlende Charaktere zu spielen, machte sie zum Publikumsliebling.
In aller Freundschaft: Die Rolle ihres Lebens
Wenn man heute den Namen Uta Schorn nennt, denken die meisten Menschen sofort an eine ganz bestimmte Figur: Barbara Grigoleit, die charmante und kompetente Chefsekretärin der Sachsenklinik in der ARD-Serie In aller Freundschaft.
Uta Schorn stieg am 22. Dezember 1999 in Folge 53 in die Serie ein und begleitete sie bis Dezember 2014 (Folge 668). Über 15 Jahre lang war sie als „Herz und Humor“ der Klinikleitung unentbehrlich. Ihre Figur der Barbara Grigoleit – patent, warmherzig und mit einem feinen Sinn für Humor – wurde von den Zuschauern über alle Generationen hinweg geliebt.
Ende 2014 verließ sie das eingespielte Team, kehrte aber noch zweimal als Gast zurück:
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November 2015 in der Folge Mogelpackung
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September 2017 in der Folge Eine Frage der Entscheidung (Folge 784)
Diese langjährige Zugehörigkeit zu einer der erfolgreichsten deutschen Fernsehserien aller Zeiten festigte Uta Schorns Status als eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands.
Familie Dr. Kleist: Eine weitere Dauerrolle
Parallel zu ihrer Zeit bei In aller Freundschaft übernahm Uta Schorn ab März 2004 eine weitere wichtige Dauerrolle: Sie spielte Inge März (später Inge Kleist) in der ARD-Serie Familie Dr. Kleist. Inge war die gute Freundin des Apothekers Johannes Kleist (gespielt von Ulrich Pleitgen) und später die Tante des Familienvorstandes Dr. Christian Kleist (Francis Fulton-Smith).
In einer der emotionalen Höhepunkte der Serie heiratete Inge Johannes Kleist in der letzten Folge der 2. Staffel (2006). Als dieser 2011 mit Ende der 4. Staffel den Serientod starb, fand Inge ab der 6. Staffel (ab November 2016) in dem schlitzohrigen, ehemaligen Bürgermeister Bernd Spengler (Walter Plathe) einen neuen Lebenspartner.
Die Serie wurde jedoch im April 2020 eingestellt, sodass es keine 10. Staffel mehr gab. Damit endete auch für Uta Schorn diese wunderschöne Dauerrolle.
Theaterengagements in jüngerer Zeit
Trotz ihrer intensiven Fernsehkarriere hat Uta Schorn die Bühne nie ganz vernachlässigt. Im Gegenteil: In den letzten Jahren vor ihrem Karriereende widmete sie sich verstärkt wieder dem Theater.
Einige ihrer markanten Theaterstationen in jüngerer Zeit:
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1995: Rolle der Buhlschaft bei den Berliner Jedermann-Festspielen im Berliner Dom, an der Seite von Hermann Treusch
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2001: Auftritt an der Comödie Dresden in der Boulevardkomödie Weekend im Paradies als Hedwig
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2006: Rolle des Fräulein Schneider im Musical Cabaret in der Media City Leipzig
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2013–2015: Teil des „Hausfrauen-Clubs“ in Kalendergirls an der Comödie Dresden, zusammen mit Viktoria Brams, Walfriede Schmitt, Ursula Karusseit, Renate Blume und Angelika Mann
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2015: Rolle der Marie „Mieze“ Pusebach in der Paul-Lincke-Operette Frau Luna bei den Beelitzer Festspielen
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2015/2016: Tournee mit der Komödie Sei lieb zu meiner Frau von René Heinersdorff, unter anderem im Theater Vorpommern und am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau
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Seit November 2016: Auftritte im Berliner Kriminal Theater als Charlotte in der Kriminalkomödie Fisch zu viert
Diese Engagements zeigen, dass Uta Schorn bis ins hohe Alter hinein eine leidenschaftliche und vielseitige Theaterschauspielerin war.
Privates Leben und gesundheitliche Herausforderungen
Uta Schorns Privatleben war geprägt von zwei bedeutenden Ehen:
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1968–1982: Verheiratet mit dem Schauspieler Tim Hoffmann (1943–2015). Aus dieser Ehe ging 1968 ihre Tochter Danne Hoffmann hervor, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet.
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1984–2018: Verheiratet mit dem Schauspieler Peter Zintner. Das Paar lebte jedoch seit 2003 getrennt.
Im Jahr 2014 erkrankte Uta Schorn an Brustkrebs – eine Diagnose, über die sie später in Interviews und ihrer Autobiografie offen sprach. Sie lebte bis 2023 in einem Haus in Berlin-Müggelheim.
Im Juni 2023 gab sie bekannt, in eine Seniorenresidenz umzuziehen. Kurz darauf, im September 2023, erlitt sie einen Schlaganfall, der ihre Karriere beendete. Seitdem lebt sie zurückgezogen.
Autobiografie: „Und wenn ich nüscht kann, bellen kann ich“
Im Jahr 2021 veröffentlichte Uta Schorn ihre Autobiografie mit dem markanten Titel „Und wenn ich nüscht kann, bellen kann ich“ (Verlag Neues Leben, Berlin). Der Titel spiegelt ihre humorvolle und selbstironische Art wider.
In dem Buch blickt sie auf ihr bewegtes Leben zurück – von ihrer Kindheit in einer Künstlerfamilie über ihre Ausbildung und Theaterkarriere bis hin zu ihren Erfolgen im Fernsehen. Die Veröffentlichung fiel in eine Zeit, in der sie bereits 75 Jahre alt war und sich verstärkt wieder der Theaterarbeit widmen wollte. Die Autobiografie ist nicht nur ein Rückblick auf eine beeindruckende Karriere, sondern auch ein lebendiges Zeitdokument über das Theater- und Fernsehleben in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland.
Filmografie: Die wichtigsten Stationen
| Jahr | Titel | Rolle / Anmerkung |
|---|---|---|
| 1969 | Verdacht auf einen Toten | Renate (Filmdebüt) |
| 1972–1990 | Polizeiruf 110 | Verschiedene Rollen |
| 1973–1990 | Der Wunschbriefkasten | Moderatorin |
| 1975–1984 | Der Staatsanwalt hat das Wort | Verschiedene Rollen |
| 1982–1985 | Geschichten übern Gartenzaun / Neues übern Gartenzaun | Petra Timm |
| 1983 | Ein Kessel Buntes | Moderatorin (2 Sendungen) |
| 1988 | Bereitschaft Dr. Federau | Dr. Uta Federau (Hauptrolle) |
| 1991 | Mit Herz und Robe | Richterin Petra Selig (Hauptrolle) |
| 1994 | Elbflorenz | Sabine Böhling |
| 1994–1996 | Der Landarzt | Anna Frohner |
| 1994–1997 | Frauenarzt Dr. Markus Merthin | Hebamme Henriette |
| 1999–2017 | In aller Freundschaft | Barbara Grigoleit |
| 2003–2019 | Familie Dr. Kleist | Inge Kleist (früher März) |
Diese Auswahl zeigt die enorme Bandbreite und Kontinuität ihrer Arbeit vor der Kamera.
Fazit
Uta Schorn ist eine Schauspielerin, deren Karriere mehr als ein halbes Jahrhundert umfasst. Von ihren Anfängen am Berliner Maxim-Gorki-Theater über ihre Zeit als Moderatorin im DDR-Fernsehen bis hin zu ihren populären Dauerrollen in In aller Freundschaft und Familie Dr. Kleist hat sie sich als eine der vielseitigsten und beliebtesten Darstellerinnen Deutschlands etabliert.
Ihre Fähigkeit, authentische, warmherzige Charaktere zu verkörpern, die das Publikum sofort ins Herz geschlossen hat, ist ihr besonderes Markenzeichen. Ob als kompetente Chefsekretärin, als liebevolle Tante oder als selbstbewusste Ärztin – Uta Schorn hat in jeder Rolle überzeugt.
Mit ihrer Autobiografie hat sie zudem ein lebendiges Zeitdokument hinterlassen, das nicht nur ihr persönliches Leben, sondern auch die Geschichte des deutschen Fernsehens und Theaters in Ost und West widerspiegelt. Auch wenn ihre Karriere aufgrund gesundheitlicher Probleme ein vorzeitiges Ende fand, bleibt ihr künstlerisches Erbe unvergessen.

